Der hoch aufragende, dreieckige Holzrahmen von „Vert“ beeindruckt schon auf den ersten Blick. Zwischen den segelartigen Strukturen auf dem Museumsplatz der Bonner Bundeskunsthalle ranken sich Kletterpflanzen empor, werfen kühlenden Schatten und lassen einen für einen Moment vergessen, dass man sich mitten in der Stadt befindet.
Auf den beweglichen, hängemattenartigen Sitzflächen kann man sich ausruhen, während Kinder sie begeistert zum Schaukeln nutzen. Das von Diez Office, dem American Hardwood Export Council (AHEC) und dem Begrünungsspezialisten OMC°C entwickelte System besteht aus thermisch modifiziertem Roteiche-Brettschichtholz und begegnet den Auswirkungen des Klimawandels in Städten mit architektonischem Innovationsgeist.
Einfache Konstruktion mit positiver Bilanz
Was diese Konstruktion besonders macht, ist ihre durchdachte Einfachheit: Biologisch abbaubare Netze spannen sich zwischen den dreieckigen Rahmen und bieten etwa 20 verschiedenen einjährigen Kletterpflanzen eine Rankhilfe. Kluge architektonische Konstruktionen wie „Vert“ können ein wichtiger Baustein sein, um Städte auf den Klimawandel vorzubereiten: Das System kühlt die Umgebungsluft um bis zu 8°C ab und erzeugt viermal mehr Schatten als ein 20 Jahre alter Baum.
Besonders an „Vert“ ist auch, dass es ökologische und soziale Aspekte zusammenbringt. Es schafft nicht nur ein besseres Mikroklima, sondern auch einen öffentlichen Ort der Begegnung und Erholung. Hier kann man sich im Schatten ausruhen, ohne etwas kaufen oder konsumieren zu müssen – was in vielen Städten leider zur Seltenheit geworden ist.
Foto: N. Oxen
WEtransFORM: Ein Blick in die Zukunft
„Vert“ ist Teil der Ausstellung „WEtransFORM. Zur Zukunft des Bauens“ in der Bundeskunsthalle (6. Juni 2025 bis 25. Januar 2026), die sich der ökologischen Transformation widmet. Als Highlight auf dem Museumsplatz präsentiert, steht die Installation stellvertretend für rund 80 Projekte, die zeigen, wie wir unsere gebaute Umwelt klimagerecht erneuern können. Die Ausstellung, eine Initiative der Bundeskunsthalle in Partnerschaft mit dem New European Bauhaus und transform.NRW, lädt zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit Themen wie Klimaresilienz, Biodiversität und zirkulärem Bauen ein.
Projekte wie „Vert“ zeigen, dass Transformation nicht immer die große Geste braucht. Manchmal sind es die klugen, modularen Lösungen, die unsere Städte Stück für Stück lebenswerter machen – und dabei zeigen, dass Nachhaltigkeit, Ästhetik und soziale Qualität keine Gegensätze sein müssen.
Foto: N.Oxen
Mehr Infos:
Informationen zum modularen Begrünungssystem gibt es bei der BBA
Details zur Konstruktion und Materialwahl beschreibt das Architekturblatt
Die Ausstellung WEtransFORM wird auf der Website der Bundeskunsthalle vorgestellt
